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Int. Dackelclub Gergweis e.V. (IDG e.V.)
Int. Rasse-Jagd-Gebrauchshunde Verband e.V. (IRJGV e.V.)

Hundetraining und Pflege: Alles für Ihren Hund

Im IDG e.V. & IRJGV e.V. dreht sich alles um Hundetraining, Pflege und Vereinsaktivitäten. Erfahren Sie, wie Sie mit den richtigen Tipps das Leben mit Ihrem Hund harmonisch und artgerecht gestalten können.

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Auch unsere geliebten Vierbeiner leiden unter Wetterumbrüchen. Foto©shutterstock.com/Christin_Lola

Donnerwetter:

Wetterumbrüche mit dem Hund entspannt meistern

Nicht nur uns Menschen macht es zu schaffen, wenn das Wetter schwankt. Auch Hunde bemerken Temperaturwechsel und fürchten sich bei Unwetter. Hier ist nun die Sensibilität des Halters gefragt, dem Tier die Angst bei Donner, Blitzen und Co. bestmöglich zu nehmen.

Nicht nur uns Menschen macht es zu schaffen, wenn das Wetter schwankt. Auch Hunde bemerken Temperaturwechsel und fürchten sich bei Unwetter. Hier ist nun die Sensibilität des Halters gefragt, dem Tier die Angst bei Donner, Blitzen und Co. bestmöglich zu nehmen.

„Hunde haben eine stärkere Sinneswahrnehmung als wir Menschen. Sie können deutlich besser hören und riechen und konzentrieren sich auf die Sinne, die sie besonders gut nutzen können. Dabei lassen sie sich nicht so leicht von optischen Reizen ablenken, wie wir“, erläutert die Tierärztin und Tierverhaltenstherapeutin Dr. Heidi Bernauer-Münz. Daher nehmen die sensiblen Vierbeiner höchstwahrscheinlich auch einen Wetterumbruch früher wahr, etwa wenn der Luftdruck schwankt und sich Blitz und Donner nähern. „Ob bei Hunden eine Wetterfühligkeit besteht, sie bei Temperaturschwankungen und Wetterumbrüchen Symptome wie Unwohlsein, Kopfschmerzen oder Schwindel verspüren, lässt sich nicht messen, und die Tiere fragen geht auch nicht. 

Ist der Hund müde und erschöpft, kann dies auch andere Gründe haben und muss nicht zwangsläufig mit dem Wetter zusammenhängen. Bleibt der Hund müde, sollte ein Tierarztbesuch mögliche Erkrankungen ausschließen. Der Besitzer sollte daher den Gemütszustand seines Tieres genau beobachten und entsprechend darauf reagieren, indem er den Vierbeiner zum Beispiel dann nicht zum Toben oder ausgiebigen Spaziergängen animiert“, erläutert die Tierärztin. 

Bei Gewitter: Hunde nicht in ihrer Angst bestärken

Angst bei Blitz und Donner ist bei Menschen keine Seltenheit – unseren Heimtieren geht es oftmals nicht anders. Viele Vierbeiner wissen dann nicht, wie sie mit der vermeintlichen Bedrohung umgehen sollen und verstecken sich gerne unter dem Bett oder in einer geschützten Ecke in der Wohnung. Wenn der Hund sich bei Gewitter verkriecht, empfiehlt die Tierärztin den Vierbeiner in Ruhe zu lassen. „Hunde sollten lernen, selbst mit der Situation klarzukommen. Sobald der geliebte Mensch anfängt das Tier bei Angstverhalten zu streicheln oder zu beruhigen, verstärken sie möglicherweise die Reaktion. Denn das Tier merkt in dem Moment, dass es mit seinem Verhalten Erfolg hat: Je mehr ich zittere, umso mehr kümmern sich Herrchen oder Frauchen um mich“, betont Bernauer-Münz. Möchte der Hund nur mal kuscheln, sollte man dem Bedürfnis natürlich nachkommen. Wichtig ist es laut der Expertin in dem Moment nur, Angstsymptome nicht durch Trösten unabsichtlich zu belohnen. Hier gilt: Je cooler der Halter auf das Wetter reagiert und mit seinem gewohnten Tagesablauf fortfährt, desto ruhiger und entspannter ist auch der Hund. 

Um dem Tier die Situation ein wenig zu vereinfachen, können aber Rückzugsorte geschaffen werden. Zum Beispiel durch den Bau einer kleinen Höhle, in die sich der geliebte Vierbeiner einkuscheln kann, oder das Aufstellen einer Transportbox, in die er sich zurückziehen kann. Wenn wieder alles in Ordnung ist, kommen die Vierbeiner dann ganz von selbst wieder aus ihrem Versteck heraus.

Bei Unwetter: Das sichere Zuhause nicht verlassen

Vor der Gassirunde gilt es einen kurzen Blick aus dem Fenster zu werfen: Verfärbt sich der Himmel, wird es dunkel und stehen möglicherweise ein Regenschauer oder ein Unwetter bevor? In dem Fall sollte der Spaziergang verkürzt und zeitnah ins sichere Zuhause zurückgekehrt werden. Werden Hund und Halter bei einem gemeinsamen Gang von einem Gewitter überrascht, schnell einen möglichst sicheren Unterschlupf suchen und dort warten, bis die Gefahr vorüber ist.

Es gibt Hunde, die finden Regen toll und fühlen sich pudelwohl. Andere Vierbeiner mögen das Wetter gar nicht und streuben sich gar, das Haus zu verlassen, wenn es regnet. „In dem Moment sollte der Halter das Verhalten seines Hundes respektieren und ihn nicht dazu zwingen, in den Regen zu gehen“, empfiehlt Bernauer-Münz. Lieber ein paar Minuten warten, bis der Schauer vorbei ist. Auch sollte der Halter sein Tier auf nassen Straßen kein „Sitz“ oder „Platz“ machen lassen, denn wir würden uns schließlich auch nicht freiwillig in die Nässe setzen.

Quelle: IVH 

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Foto:©Sandra Dietrich-Saal

Mensch & Hund auf einer Welle – für eine bessere „Verbindung“

Rückblick auf ein zweitägiges Seminar, im April des Jahres, der Gruppe Niedersimten mit Sabine Padberg

„Dein Hund kam seitlich zu Dir, weil du den Oberkörper vorgebeugt hast. Hier waren Dein Rufen und Deine körpersprachliche Botschaft widersprüchlich. Das Vorbeugen schafft Distanz, was in diesem Zusammenhang dem Hund gegenüber „unhöflich“ ist. Dein Hund hat dies realisiert und das Beste daraus gemacht – er hat sich Dir höflich von der Seite genähert.“ Erstaunen bei der Besitzerin, aber auch Freude, konkret zu wissen, was sie verbessern kann in der Verbindung zu ihrem Hund. Das Ändern von Kleinigkeiten bewirkt oft einen großen Schritt in Richtung „Mensch und Hund auf einer Wellenlänge“!

„Dein Hund kam seitlich zu Dir, weil du den Oberkörper vorgebeugt hast. Hier waren Dein Rufen und Deine körpersprachliche Botschaft widersprüchlich. Das Vorbeugen schafft Distanz, was in diesem Zusammenhang dem Hund gegenüber „unhöflich“ ist. Dein Hund hat dies realisiert und das Beste daraus gemacht – er hat sich Dir höflich von der Seite genähert.“ Erstaunen bei der Besitzerin, aber auch Freude, konkret zu wissen, was sie verbessern kann in der Verbindung zu ihrem Hund. Das Ändern von Kleinigkeiten bewirkt oft einen großen Schritt in Richtung „Mensch und Hund auf einer Wellenlänge“!

Sabine Padberg, vom Hundeverhaltenszentrum „Canisland“ in Kuppenheim, war für ein zweitägiges Seminar zu Gast beim „Pfotentreff“ in Niedersimten. Bei ihr steht das Coaching der Menschen im Vordergrund. Padberg bezeichnet sich selbst als „Dolmetscherin”.

Sie verdeutlicht dem Hundehalter, wie die unbewusste menschliche Körpersprache vom Hund wahrgenommen wird und wie der Mensch sich seinem Vierbeiner gegenüber besser ausdrücken kann. Denn, wer wünscht sich dies nicht: Eine liebevolle und harmonische Verbindung zu seinem Hund. Gemeinsam durch dick und dünn zu gehen - einander vertrauen und verstehen!

Aufmerksam lauschten die Teilnehmer den Worten von Frau Padberg. Foto:©Sandra Dietrich-Saal
Aufmerksam lauschten die Teilnehmer den Worten von Frau Padberg. Foto:©Sandra Dietrich-Saal
Die ausgebildete Tierpsychologin übersetzt die Hundesprache und lehrt die Menschen, Signale beim Hund zu erkennen, richtig zu handeln und somit die Beziehung zwischen Mensch und Hund zu verbessern, nämlich eine Verbindung zu schaffen. Dabei ist ihr wichtig, den Hund als Begleiter des Menschen zu sehen, nicht als Befehlsempfänger.

„Bitte legt Euch mit Eurem Hund auf eine Decke und kuschelt fünf Minuten!“, so lautete eine Aufgabe.

Was sich einfach anhört, hat einen tiefen Sinn. Können Mensch und Hund entspannen, auch in fremder Umgebung unter fremden Hunden und Menschen? Kann sich der Mensch auf diese Aufgabe einlassen und konzentrieren? Kann der Mensch ganz bei sich und seinem Hund sein? Die nächste Übung folgte. Von der Welle der Entspannung zur Welle der Entrüstung: Wie reagiert der Hund, wenn sein Mensch ihn anbindet, aus dem Blickfeld des Hundes verschwindet und später zurück zur Menschengruppe kommt, ohne den Hund dabei anzuschauen. „Dein Hund ist jetzt sehr pikiert“, so kommentierte Padberg treffend. Es fällt den Menschen schwer, ihre Hunde nicht anzuschauen. „Schaust Du deinen Hund unentwegt an, fühlt er sich unentwegt angesprochen und erwartet immer eine Aufforderung. Richtig entspannen kann dein Hund dann nicht und das ist auf Dauer stressig für ihn.“ Ein weiterer Schritt in Richtung „auf einer Welle“ – dem Hund die Chance geben, sich zu entspannen.

„Mindestens einmal täglich richtig miteinander Spaß haben, ist ein absolutes Muss für jedes Mensch-Hund-Team“, so Padberg. „Die Königsdisziplin ist das Spiel ohne Hilfsmittel – hier sind Hund und Mensch in einer besonderen Interaktion. Jeder muss auf sein Gegenüber eingehen, Timing ist wichtig, aber auch Fantasie, Gefühl, Körpersprache beim Hund erkennen und selbst weder ein übergriffiger noch ein langweiliger Spielpartner sein. Solch ein Spiel ist die wahre Kunst!“

Am Ende der beiden Tage stand ein gelungenes Seminar mit glücklichen Hunden, begeisterten Menschen und einer zufriedenen Sabine Padberg: „Genießt die Zeit mit Euren tollen Begleitern an Eurer Seite in Entspannung und im Spiel!“ waren die abschließenden Worte der sympathischen Trainerin.

Weitere Infos: www.pfotentreff-niedersimten.de

©Text: Martina Knapp; ©Fotos: Sandra Dietrich-Saal

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©shutterstock.com/Lazy_Bear

Neu - WhatsApp-Agility-Community

Um die Kommunikationswege für alle Agility-Beteiligten des Verbandes so kurz und einfach wie irgend möglich zu gestalten, haben wir uns dazu entschlossen WhatsApp-Gruppen anzubieten. Dies soll dafür sorgen, dass alle ehrenamtliche Mitarbeiter des Verbandes stets aktuell informiert sind.  Unser Agility-Beauftragter des Hauptverbandes, Herr Ingo Bursch, wird die Betreuung dieser Community übernehmen.  Die Mitarbeiter, die dieses Angebot nutzen möchten, können sich über den Einladungslink https://chat.whatsapp.com/FAdyyDL4uNO80E7P996i04 legitimieren. Um die Registration problemlos vornehmen zu können, meldet Euch bitte mit  Eurem vollständigen Namen, Name der Landesgruppe, der örtlichen Gruppe und Eurer Funktion im Verband  an. Herr Bursch wird dann die Anfrage entsprechend bearbeiten und Euch in die zutreffende Gruppe hinzufügen.  Im Augenblick sind noch keine Informationen in den Gruppen hinterlegt. Sobald die Registrierungen abgeschlossen sind, werden die ersten Informationen eingestellt. Über regen Zuspruch für dieses Angebot würden wir uns sehr freuen!

Um die Kommunikationswege für alle Agility-Beteiligten des Verbandes so kurz und einfach wie irgend möglich zu gestalten, haben wir uns dazu entschlossen WhatsApp-Gruppen anzubieten. Dies soll dafür sorgen, dass alle ehrenamtliche Mitarbeiter des Verbandes stets aktuell informiert sind. 

Unser Agility-Beauftragter des Hauptverbandes, Herr Ingo Bursch, wird die Betreuung dieser Community übernehmen. 

Die Mitarbeiter, die dieses Angebot nutzen möchten, können sich über den Einladungslink

https://chat.whatsapp.com/FAdyyDL4uNO80E7P996i04

legitimieren.

 

Um die Registration problemlos vornehmen zu können, meldet Euch bitte mit 

  • Eurem vollständigen Namen, 
  • Name der Landesgruppe, 
  • der örtlichen Gruppe und 
  • Eurer Funktion im Verband 

an.

Herr Bursch wird dann die Anfrage entsprechend bearbeiten und Euch in die zutreffende Gruppe hinzufügen. 

Im Augenblick sind noch keine Informationen in den Gruppen hinterlegt. Sobald die Registrierungen abgeschlossen sind, werden die ersten Informationen eingestellt.

Über regen Zuspruch für dieses Angebot würden wir uns sehr freuen!

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Foto:©IRJGV/Hauser

Gedanken zum Ausstellungswesen im IDG und IRJGV

Lassen wir das Verbandsgeschehen einige Jahre Revue passieren, so können sich die langjährigen Mitglieder sicher an die großen Treffen von Hundefreunden auf unseren zahlreichen Sonderschauen, angeboten im gesamten Bundesgebiet und benachbarten Ausland, erinnern. 300 Hunde vieler Rassen – aber auch Schauen im IDG mit 250 Dackeln und mehr, waren keine Seltenheit und die damaligen „Welt-, Europa-, Deutschland-Siegerschauen“ knackten oft die 1000er Meldegrenze!

Lassen wir das Verbandsgeschehen einige Jahre Revue passieren, so können sich die langjährigen Mitglieder sicher an die großen Treffen von Hundefreunden auf unseren zahlreichen Sonderschauen, angeboten im gesamten Bundesgebiet und benachbarten Ausland, erinnern. 300 Hunde vieler Rassen – aber auch Schauen im IDG mit 250 Dackeln und mehr, waren keine Seltenheit und die damaligen „Welt-, Europa-, Deutschland-Siegerschauen“ knackten oft die 1000er Meldegrenze! Das waren wirklich große Meetings interessierter, engagierter Aussteller und Hundefreunde - man kam miteinander ins Gespräch- tauschte Erfahrungen aus und freute sich oft auf die nächste Veranstaltung, um gewonnene Bekannte und Freude wiederzusehen.

Doch wie sieht es heute aus? Wie hat sich dieser Bereich innerhalb des Verbandes und darüber hinaus in anderen Vereinen entwickelt? Was können wir für Rückschlüsse aus den derzeitigen Resultaten ziehen und wie können wir -wie kann der Verband- darauf reagieren, um diese -zweifelsfrei- wichtige Säule, neben der BGVP und dem Agility, den beiden Hauptangeboten des IDG und IRJGV, auch in Zukunft attraktiv und interessant anbieten zu können?

Um diese Fragen schlüssig beantworten zu können, sollten wir uns zunächst einmal mit dem Sinn und den Hintergründen des Ausstellungswesen und der Philosophie des IRJGV und IDG befassen und bewusst machen, was uns von anderen, vergleichbaren Verbänden unterscheidet bzw. unterscheiden sollte!

Hier muss man sicher unterscheiden zwischen den Interessen der Aussteller und dem eigentlichen Sinn einer Formbewertung auf einer Hundeschau: Die Besucher und Aussteller suchen, neben des gemeinsames Erlebnisses (einen schönen, unterhaltsamen Tag unter Gleichgesinnten), vor allem auch den „sportlichen Wettkampf“: Wer hat den schönsten, den besten Hund des Tages, wer erhält einen der Tagestitel? Die Grundbewertung, sicher der wichtigste Teil einer Hundebewertung nach Formwerten, wird dankbar in Anspruch genommen, wiederholt und ähnelt sich aber meist bei mehrfachen Ausstellungsbesuchen und hat somit bei weitem nicht den Stellenwert, der ihr eigentlich gebührt.

Was beinhaltet die Grundbewertung bzw. welche Aufgabe sollte sie erfüllen? Zunächst soll sie den Aussteller in allen Fragen rund um den Hund (Ernährungs- und Pflegezustand, Umgang mit dem Hund usw.) beraten. Der Richter steht auch für Fragen zur Verfügung und berät den Hundehalter entsprechend. Zudem liegt es am Richter, die Grundbewertung möglichst interessant zu gestalten. So sollten die einzelnen Bewertungskriterien anhand der Ringkarte, aber auch direkt am Hund erklärt werden. Mängel werden besprochen und die Vorzüge, die zweifelsfrei jeder Hund hat, herausgestellt. Der Richter hat sich dabei an den jeweiligen Rassestandard zu halten und diesen maßvoll und mit Verstand anzuwenden. Eine Überinterpretation hat, ebenso wie eine zu lasche Anwendung, zu unterbleiben. Gerade im IDG und IRJGV steht der gesunde Hund und nicht die Rarität im Fokus unserer Betrachtungen zu den gewünschten Zuchtzielen der einzelnen Rassen.

Fast noch wichtiger sind allerdings die Hinweise und kritischen Betrachtungen in Bezug auf den eventuellen Zuchteinsatz des betreffenden Hundes. Sollte bei diesem Hund überhaupt eine Verpaarung empfohlen oder auf Grund dagegen sprechender Kriterien davon abgeraten werden? Oder auf was sollte z.B. bei der Wahl des in Frage kommenden Rüden besonders geachtet werden? Hier stehen vor allem die sogenannten „Qualzucht- Defekte“ im Fokus der Richter: zu klein, zu groß, schlechte Pigmentierung, Modefarben, Bewegungsmängel, Kurznasigkeit, zu große Köpfe, Behaarung welche einer Hund- bzw. rassegerechter Aktivität konträr läuft und, und, und… Leider steht die Rassehundezucht auch aus diesen Gründen mehr denn je in der Kritik vieler Tierschützer und -Rechtler, aber auch etlicher Wissenschaftler, welche sich intensiv mit der Kynologie befassen. Warum gibt es Rassen, die bereits mit 10 Monaten so gut wie ausgewachsen sind aber kaum 8 bis 10 Jahre alt werden? Oder Hündinnen, die nur noch per Kaiserschnitt entbinden können. Es soll inzwischen sogar häufig eingesetzte Zuchthunde geben, die sich nicht mehr „natürlich“ paaren können. Um von diesen Hunden Nachwuchs zu bekommen, kommt dann nur noch die künstliche Besamung in Betracht - eine Praxis welche das Verbandszuchtbuch des IRJGV und IDG übrigens nicht anerkennt!

Frauchen und Hund sind rundum zufrieden und kommen daher zur nächsten Veranstaltung gerne wieder. Foto:©IRJGV/Hauser
Frauchen und Hund sind rundum zufrieden und kommen daher zur nächsten Veranstaltung gerne wieder. Foto:©IRJGV/Hauser
Beim aufmerksamen Betrachten der oben genannten Punkte der Grundbewertung -und es gibt hier sicher noch weitere- wird uns klar, dass dieser Teil mit Abstand das vordergründige Ziel einer Ausstellung sein muss. Ja, die Berechtigung einer derartigen Veranstaltung überhaupt begründet. Die Beurteilung des Hundes nach seinem Formwert, ausgedrückt in den Noten „befriedigend“, „gut“, „sehr gut“ und „vorzüglich“ ist die zentrale Aufgabe einer Hundeausstellung und der Richter unserer Verbände. Ziehen wir einmal in Betracht, dass ein Hund (Rüde wie Hündin) ab „sehr gut“ (natürlich je nach Rasse neben weiteren Voraussetzungen) zur Zucht zugelassen ist, kann man den hohen Wert eines „vorzüglich“ u.U. sogar mit einer Anwartschaft (CACIB oder AW-Jugend) in etwa ermessen.

Dennoch ist, wie eingangs bereits erwähnt, für viele die Siegerausscheidung der eigentliche Höhepunkt einer Sonderschau im IRJGV und IDG. Den zwei ausgeschriebenen Tagestiteln wird scheinbar wesentlich mehr Bedeutung beigemessen als den errungenen Formwerten. Woran mag dies liegen? Ein Grund ist sicher, dass sich Menschen gerne sportlich messen. Wer ist der Beste, Schnellste, Schönste usw. Somit ist es absolut verständlich, dass manch ein Austeller eben den schönsten der schönen Vierbeiner sein Eigen nennen möchte (für ihn ist es ja ohnehin der Schönste und das sollte auch stets so bleiben). Grundsätzlich ja auch in Ordnung, solange hier kein übertriebener Ehrgeiz geweckt und akzeptiert wird, dass diese Auswahl der Richter in erster Linie subjektiv ist und hier auch, im Gegensatz zur Grundbewertung, der persönliche Geschmack der Richter eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Zudem, und damit wären wir wieder beim „sportlichen Vergleich“, zeigt sich nicht jeder Hund auf jeder Veranstaltung gleich. Einmal Sieger heißt nicht immer Sieger - was übrigens bei der Vergabe der Anwartschaften (CACIB bzw. AW-Jugendsieger) ebenso zutrifft. Vielleicht wurde der Hund heute nicht optimal vorgeführt, so dass er sein ansonsten makelloses Gangwerk nicht optimal zeigen konnte, stand nicht optimal, in dem Moment, als er vom Richter kritisch betrachtet wurde - oder aber auch ganz einfach: vielleicht war bzw. gefiel dem Richter heute einer der Mitbewerber einfach besser! Oder, oder, oder…

Leider ist gerade in letzter Zeit eine zunehmende Zahl von Ausstellern zu beobachten, die, ich möchte es fast als sehr „verbissen” bezeichnen, die Ergebnisse ihrer Hunde in der Siegerausscheidung registrieren. Nicht selten mit unschönen Reaktionen in Richtung der Richter oder auch Veranstalter (welche übrigens ebenso wie die Ausstellungsleitung überhaupt keinen Einfluss auf die Bewertung der Hunde und deren Abschneiden in den Siegerausscheidungen haben). Dieses Verhalten hinterlässt oft einen faden Beigeschmack und gibt manch einer eigentlich sehr gelungenen Ausstellung einen negativen Touch. Schade, sollten doch eigentlich ganz andere, vor allem für die Hunde wesentlich wichtigeren Dinge einen schönen Tag unter Hundefreunden kennzeichnen.

Also fasse ich abschließend die wichtigsten Punkte (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit) noch einmal zusammen, was Sinn und Wert einer Rassehundeschau ausmachen:

  • Eine fundierte, umfassende Grundbewertung mit verständlichen, nachvollziehbaren Erklärungen des Richters
  • Beratung in allgemeinen Fragen rund um den Hund
  • Schöne Urkunden, sauber mit schöner Schrift ausgestellt
  • Je nach Veranstaltung kleine Erinnerungsgaben
  • Interessantes Rahmenprogramm, Info- und Verkaufsstände
  • Nette Atmosphäre
  • Informierte, hilfsbereite Mitarbeiter des Veranstalters
  • Gute Organisation, nicht zuletzt auch während der Siegerausscheidung

Wenn es uns gelingt -und ich bin davon überzeugt, dass wir dies gemeinsam schaffen können- vor allem auch als Veranstaltungsteam vor Ort, die eigentlichen Ziele einer Hundeausstellung attraktiv und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln an den potenziellen Aussteller und Hundefreund zu bringen, werden wir auch weiterhin interessante Veranstaltungen anbieten können und auf diesem Wege neue Teilnehmer finden. Dann bleibt es uns hoffentlich erspart, den zweifelhaften Praktiken einiger konkurrierender Vereine zu folgen und z. B. für jeden Hund einen Pokal oder je nach Wahl (und Höhe des Meldegeldes!!) einen oder gar zwei Titel an einem Tag zu vergeben. Diese Dinge würden ohnehin den Grundsätzen der Philosophie unserer Verbände und unserer grundsätzlichen Einstellung zum Hund widersprechen und kämen somit nicht in Betracht.

Besinnen wir uns auf das Wesentliche – und auf das, was dem Hund und somit auch uns als Hundefreund Nutzen und Freude bringt!

Schützen wir unsere Hunde vor fragwürdigen Schauen, welche die Eitelkeiten ihrer Besitzer in den Mittelpunkt stellen. Mögen wir stets bedenken, dass unsere Sonderschauen nicht nur uns Spaß, Freude und Unterhaltung bringen sollen, sondern vor allem unseren Hunden dienen sollen!

In diesem Sinne - ich freue mich auf die nächste Ausstellung und auf ein Wiedersehen!

Uwe Thies

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Foto:©Frentz/Phototeam Mischa

Chronische Niereninsuffizienz

Chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist die am häufigsten auftretende Nierenerkrankung bei Hunden und Katzen. Es ist eine Krankheit, die hauptsächlich bei älteren Tieren auftritt und sich tendenziell progressiv entwickelt und schließlich zu Urämie (Harnvergiftung) und anderen Komplikationen führt.

Chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist die am häufigsten auftretende Nierenerkrankung bei Hunden und Katzen. Es ist eine Krankheit, die hauptsächlich bei älteren Tieren auftritt und sich tendenziell progressiv entwickelt und schließlich zu Urämie (Harnvergiftung) und anderen Komplikationen führt.

Die Niere führt viele lebensnotwendige Funktionen aus, die im Falle von CNI vermindert oder nicht mehr stattfinden. Klinische und laborwissenschaftliche Anzeichen weisen auf eine fortschreitende Abnahme dieser Funktionen hin, doch meistens werden die klinischen Anzeichen erst offensichtlich, wenn bereits 65 - 75 % des Nierengewebes zerstört ist. Aus diesem Grund bleiben die CNI Erkrankungen im Frühstadium häufig unentdeckt. Folglich ist eine Frühdiagnose von CNI anhand von regelmäßigen Blutuntersuchungen und Harnanalysen, gerade bei älteren Tieren wünschenswert. 

Diätetische Behandlung

Obgleich es noch keine Heilung für CNI gibt, können geeignete medizinische Behandlungen und Diäten das Fortschreiten und die Auswirkungen von CNI beeinflussen, und zu einer besseren Lebensqualität des Patienten beitragen.

Die Ziele der diätetischen Behandlung können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Deckung des Nährstoff- und Energiebedarfs betroffener Tiere
  • Verringerung der klinischen Anzeichen von Urämie durch Senkung des Proteinabbaus
  • Minimierung von Elektrolyten-, Vitamin- und Mineralstoffstörungen
  • Der Versuch, das Fortschreiten des Nierenversagens zu verlangsamen

Da viele der klinischen Anzeichen in Verbindung mit CNI auf die Ansammlung toxischer Abfallprodukte des Proteinstoffwechsels und das Ausbleiben der Phosphorausscheidung zurückzuführen sind, konzentriert sich die Ernährungstherapie auf die Kontrolle von Phosphor und Protein im Futter. Allerdings sind auch andere Nahrungskomponenten wie Kalzium, Natrium, Kalium und wasserlösliche Vitamine, sowie der Energiegehalt und die Fette im Futter zu berücksichtigen. 

Phosphor

Es ist nachgewiesen, dass eine reduzierte Phosphorzufuhr mit der Nahrung das fortschreitende Nierenversagen bei Hunden verzögern kann. Patienten mit CNI weisen oft hohe Serumphosphor-Konzentrationen auf. Fällt die Nierenfunktion auf etwa 20 % des normalen Wertes, dann ist die Phosphorausscheidung über die Nieren beeinträchtigt. Ein erhöhter Serumphosphorspiegel kann zur Mineralisierung von Weichteilen führen, sowie zu einer zunehmenden Synthese und Freisetzung des Parathormons (PTH) und so möglicherweise zum Fortschritt des Nierenschadens beitragen.

Phosphorarme Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung von CNI, der das Fortschreiten des Zustandes verzögern kann. Eine Phosphorreduzierung sollte möglichst gleich nach einer CNI Diagnose einsetzen und ist an sich für alle Hunde mit beeinträchtigter Nierenfunktion angezeigt. 

Proteine

Die eingeschränkte Fähigkeit der Niere, Abfallprodukte des Proteinstoffwechsels auszuscheiden, ist eine der wesentlichen Ursachen sowohl urämischer Symptome als auch der laborwissenschaftlich festgestellten Abnormalitäten bei Hunden mit Nierenversagen. Mehrere Studien haben gezeigt, dass eine reduzierte Proteinaufnahme sowohl die Harnstoff- als auch die Kreatinin-Konzentrationen im Blut senken kann. Eine proteinreduzierte Diät kann helfen, indem sie:

a) die Phosphoraufnahme herabsetzt,

b) die mit dem Protein in Verbindung stehende Stoffwechselprodukte verringert

c) den Säurespiegel senkt, was zur Linderung der metabolischen Azidose (Übersäuerung) beitragen kann.

Eine exzessive Proteinbeschränkung bringt allerdings auch potenzielle Probleme mit sich, die zu einer Protein-Unterversorgung führen können. Der Proteinbedarf von Hunden mit CNI konnte bisher nicht ermittelt worden, aber es ist wahrscheinlich, dass er ähnlich oder sogar höher als der gesunder Tiere ist. Darüber hinaus kann Nierenversagen einen erhöhten Verlust von Proteinen oder spezifischen Aminosäuren über den Harn zur Folge haben. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass bei der Zusammensetzung der proteinreduzierten Diät besonders hochwertige Proteine eingesetzt werden, um die Risiken eines Mangels an essenziellen Aminosäuren zu minimieren.

Aufgrund ihres einzigartig komplexen Proteinstoffwechsels sind Katzen einer größeren Gefahr von Proteinmangel bei Fütterung einer proteinreduzierten Diät ausgesetzt als Hunde. 

Kalzium

Die Kalziumkonzentrationen im Blut von CNI Patienten können niedrig, normal oder hoch sein. Empfohlen wird eine normale Kalziumzufuhr oder auch kalziumangereichtes Diätfutter. Auf der anderen Seite kann bei einem exzessiven Kalzium-Phosphor-Spiegel im Blut, Weichteilverkalkung auftreten, die wiederum zum beschleunigten Fortschreiten des Nierenschadens beiträgt. 

Natrium

Um der zunehmenden Last gewachsen zu sein, nimmt die Natriumausscheidung überlebender Nephrone in der erkrankten Niere zu. Generell ist diese Reaktion zum Ausgleich des Natriumspiegels adäquat, bis der Zustand im fortgeschrittenen Stadium ist. Die Fähigkeit der Niere sich an die veränderte Natriumzufuhr anzupassen, wird jedoch mit Fortschreiten der Krankheit immer geringer.

Einige Berichte deuten an, dass 58-93 % aller Hunde mit CNI an Bluthochdruck leiden, während andere Berichte auf eine wesentlich geringe Anzahl schließen lassen.

Bluthochdruck kann aus zwei Gründen von Bedeutung sein:

  • Daraus können sich verschiedene Konsequenzen ergeben, einschließlich Herzversagen.
  • Er kann zur Weiterentwicklung des Nierenschadens beitragen

Die Reduzierung des Blutdrucks bei Hunden mit nachgewiesenem Bluthochdruck ist erwünschtes Ziel der Therapie, also ist eine Natrium-Anreicherung kein geeignetes Mittel für die meisten CNI-Fälle. Im Gegensatz dazu sollte aber auch eine extreme Natriumrestriktion vermieden werden.

Auf die Behandlung von CNI abgestimmte Diäten haben zumeist einen geringeren Natriumgehalt als normales Futter. Da die Fähigkeit zur Anpassung der Natriumausscheidung bei Tieren mit CNI gestört ist, ist die stufenweise Einführung der diätetischen Therapie (über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen) zu empfehlen. 

Vitamine des B-Komplex

Hunde mit CNI laufen Gefahr eines Mangels an wasserlöslichen Vitaminen aufgrund:

  • der reduzierten Nahrungsaufnahme (Appetitlosigkeit)
  • der erhöhten Harnverluste im Falle von gesteigertem Harnabsatz
  • dem erhöhten Bedarf während des Erholungsprozesses

Ist ein Mangel an wasserlöslichen Vitaminen vorhanden, kann dies schließlich zu Abmagerung führen. Eine zusätzliche Gabe von Vitaminen des B-Komplex ist folglich zuträglich und sollte das Doppelte des Erhaltungsbedarfs betragen. 

Energie und Fette

Der Stoffwechsel von Protein (aus der Nahrung oder vom Organismus) zur Gewinnung von Energie ist bei Patienten mit CNI unerwünscht, da es die Menge an stickstoffhaltigen Abfallprodukten erhöht, die über die schlecht funktionierenden Nieren ausgeschieden werden müssen. Eine adäquate Versorgung mit Energie aus der Nahrung ist folglich wichtig, um weiterem Gewebeabbau vorzugreifen und sollte aus nicht proteinhaltigen Quellen stammen.

An CNI erkrankte Tiere haben kaum Appetit, deshalb sollte die Energiedichte des Futters hoch genug sein, damit das Tier den notwendigen Nährstoffbedarf über eine relativ kleine Futterportion decken kann. In diesem Sinne bieten Fette als nicht proteinhaltige Energiequelle mehr Vorteile als Kohlenhydrate, denn sie stellen etwa die zweifache Energiemenge pro Gramm zur Verfügung und verbessern die Schmackhaftigkeit. Aus diesem Grund ist die für Hunde und Katzen mit CNI speziell zusammengesetzte Dosennahrung tendenziell sehr fetthaltig. 

Kernaussagen

  • Nahrungsumstellung ist eine der wichtigsten Maßnahmen bei der Behandlung von Hunden mit chronischer Nierenerkrankung
  • Die restriktive Aufnahme von Phosphor mit der Nahrung reduziert erwiesenermaßen einen hohen Serumphosphatspiegel und verlangsamt das Fortschreiten des Nierenversagens
  • Die Proteinrestriktion kann die klinischen Anzeichen von Urämie durch reduzierten Proteinabbau verringern
  • Aufgrund des hohen Vorkommens von Bluthochdruck bei Hunden mit CNI ist eine Supplementierung mit Natrium in den meisten Fällen nicht geeignet.
  • Katzen und Hunde mit CNI laufen Gefahr eines Mangels an wasserlöslichen Vitaminen
  • Ein erhöhter Fettgehalt in der Diät ist empfehlenswert, da er die Energiedichte erhöht und die Akzeptanz verbessert

Veröffentlichung mit freundlicher Unterstützung von: www.petprofi.de

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Foto©shutterstock.com/kyrien

Hitzefalle AUTO - die Wartezeit kann tödlich enden

Die Bundestierärztekammer warnt: Wer seinen Hund bei sommerlichen Temperaturen im Auto „parkt“, setzt das Leben des Tieres aufs Spiel!

„Ich spring nur mal schnell in den Laden, um Zigaretten zu holen…". Was sich so selbstverständlich und nicht weiter dramatisch anhört, könnte bei folgendem Szenario schnell zu einem Drama werden: Außentemperatur 28 Grad – der Hund ist im Auto geparkt – die Sonne scheint – Schlange an der Kasse – aus fünf Minuten werden zehn. Der Hund im Auto hechelt um sein Leben…

„Ich spring nur mal schnell in den Laden, um Zigaretten zu holen …". Was sich so selbstverständlich und nicht weiter dramatisch anhört, könnte bei folgendem Szenario schnell zu einem Drama werden: Außentemperatur 28 Grad – der Hund ist im Auto geparkt – die Sonne scheint –Schlange an der Kasse– aus fünf Minuten werden zehn. Der Hund im Auto hechelt um sein Leben…

Hier überspritzt dargestellt, ist es leider immer wieder Realität, dass Hunde bei hochsommerlichen Temperaturen im Auto zurückgelassen werden. „Schon zehn Minuten können für das Tier lebensgefährlich werden, denn bei einer Außentemperatur von 29 Grad herrschen im Wageninneren bereits 40 Grad. In der prallen Sonne wird das Auto also schnell zu einem Backofen mit bis zu 70 Grad – ein offenes Wagenfenster nützt da überhaupt nichts“, erklärt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer. Auch ein Parkplatz im Schatten könne schnell zur Todesfalle werden: Die Sonne wandert und schon eine halbe Stunde reicht aus, dass das Tier einen Hitzschlag bekommen kann.

Besonders ärgert den Kleintierpraktiker Tiedemann, dass allen Warnungen zum Trotz jedes Jahr erneut in dramatischen Rettungsaktionen Hunde von der Polizei aus Autos befreit werden müssen. Oft kommt jede Hilfe für das Tier zu spät. Tiedemann: „Man muss sich immer wieder klar machen, dass Hunde –außer an den Pfotenballen– nicht wie wir Menschen über die Haut schwitzen. Sie können ihre Körpertemperatur nur senken, in dem sie durch das Hecheln Verdunstungskälte erzeugen. Diese wird allerdings nur auf der kleinen Zungenfläche wirksam und kann den Organismus bei extremen Außentemperaturen nicht vor Überhitzung schützen.

„Besonders gefährdet sind darum die brachycephalen, also kurznasigen, Rassen. Möpse, Bulldogen oder Pekinesen haben z. B. viel zu enge Nasenöffnungen und leiden oft schon bei normalen Temperaturen unter Atemnot. Sie können an heißen Tagen auch außerhalb des Autos schnell einen Hitzekollaps bekommen und sollten daher am besten in den kühleren Morgen- und Abendstunden ausgeführt und keinen Belastungen ausgesetzt werden."

Wie erkennt man einen Hitzschlag?

  • Verstärktes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Apathie, Taumeln oder Krämpfe.
  • Das Tier unverzüglich an einen kühlen und schattigen Ort bringen; ist der Hund bei Bewusstsein, sofort Wasser anbieten.
  • Um das Tier allmählich abzukühlen, am besten unter eine feuchte Decke legen oder vorsichtig zuerst die Beine und dann den Körper befeuchten.
  • Ein Hitzschlag ist ein Notfall! Es muss unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden, auch dann, wenn sich der Hund bereits etwas erholt hat.
  • Wenn Sie beobachten, dass ein Hund in einem Auto eingesperrt ist, das in der Sonne steht, rufen Sie die Polizei!

Quelle: BTK/Berlin - www.bundestieraerztekammer.de

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